Da isser wieder, der Karl

Letzte Woche haben meine zukünftigen Hausbewohner mal wieder einen Container bestellt und - damit es nicht langweilig wird - hat mein Freund Karl diesen auch wieder angeliefert... Und Karl wäre nicht Karl, wenn er dabei nicht mal wieder für ein wunderbares Container-Chaos gesorgt hätte.

Er hat den Container morgens für 08:00 Uhr bestellt, damit sie, die mit ihrem Auto den Platz reserviert hat, pünktlich zur Arbeit kommt. Soweit, so gut. Als er mit ihr an Bord die Straße hoch fährt, war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Karl, seines Zeichens Frühaufsteher, rumpelte - ich konnte mal wieder alles wunderbar beobachten - schon um 06:30 Uhr vor meine Tür und hat, in Ermangelung eines freien Stellplatzes, den Container einfach mitten im Parkverbot abgestellt und so erfolgreich unsere Querstraße blockiert.


Sie hatte es eilig, musste ins Büro und er hat versucht Karl zu erreichen, um ihm klar zu machen, dass der Container so nicht stehenbleiben kann. „Ich nix kommen kann, bin mit andere Container unterwegs“, war die wenig hilfreiche Antwort.

Also hat er dann unseren Kundenbetreuer angerufen, der ihn an den Disponenten verwiesen hat, der aber, ich zitiere: "Morgens aber immer etwas später kommt!" Nach endlosen 20 Minuten hatte er dann endlich einen müden Disponenten am Telefon: "Ei, isch kann da nix mache. Isch hab ka Leut net un aach kaan annere LKW hier! Alle habbe grad Urlaub oder sin unnerweechs..."

Dann hörte er laut und deutlich, wie der Disponent einen großen Schluck von irgendetwas trank. Hinzellenanregendes Koffein, wie ich vermute, denn plötzlich war es möglich einen LKW umzuleiten, auch wenn er ihm nicht genau sagen könnte, wann der Fahrer bei uns sein würde...

Während er also mit seinem Schicksal haderte, sich im Schatten an mich lehnte und ins iGedöns schaute, wolle unser Nachbar - wie gewohnt - mit seinem Auto rückwärts aus der Straße fahren. Nachdem der arme Nachbar arg herumrangieren musste - ihr erinnert Euch? Der Container blockiert die Querstraße -, hat er ihn angesprochen: "Besonders gut steht der da ja nicht!" Er hat ihm dann von der Misere berichtet und - jetzt kommt's - der liebe Nachbar hat angeboten auf Karl zu warten, damit er zur Arbeit fahren kann.

Abends, nach der Arbeit, ist er dann nochmal zu mir gekommen und hat geschaut, ob der Container an der richtigen Stelle steht. Alles war in bester Ordnung. Ich konnte vormittags beobachten, wie der Nachbar souverän Chaos-Karl eingewiesen hat. Als Dankeschön gab's dafür ein Fläschchen Wein... (Also für den Nachbarn, nicht für Karl :-)