„Einszweidrei, im Sauseschritt...
...läuft die Zeit; wir laufen mit.“ Ob Wilhelm Busch, als er sich das kleine Gedicht ausgedacht hat, auch ein Haus renoviert hat? Man weiß das nicht; aber, betrachtet man das Bauvorhaben meiner – immer noch zukünftigen – Bewohner, dann passt es perfekt. Nachdem letztes Jahr im Juli der Ofen installiert wurde und anschließend ein kleiner Handwerkertrupp sämtliche Decken in beiden Etagen gespachtelt, tapeziert und gestrichen hat, ging's erst mal nicht wirklich vorwärts.
Lukasz und seine Jungs sollten eigentlich nochmal vorbeikommen und die miesen Risse ausbessern, die im Putz entstanden sind – weil im heißen Sommer 2018 der Kalkputz an meinen Wänden viel zu schnell getrocknet ist. Ich habe nicht so ganz mitbekommen, wo genau das Problem lag, aber, was ich aus Telefonaten und Besuchen von verschiedenen Menschen erfahren habe ist, dass Lukasz, der Witze-erzählende Verputzer, einfach nicht mehr greifbar ist – wie vom Erdboden verschluckt... Ich habe mir überlegt, dass er ja vielleicht irgendwo mit Birgit auf Wolke sieben schwebt. Ihr erinnert Euch? Wer nicht, klickt hier: http://hausbloggtauf.blogspot.com/2018/08/love-is-in-air.html
Aber, meine Hobbyhandwerker – inzwischen waschechte Profihandwerker – haben die Dinge einfach selbst in die Hand genommen: Den Stemmhammer ausgepackt, den vermaledeiten Putz an den entsprechenden Stellen von der Wand gekloppt und neu verputzt – Schicht für Schicht für Schicht. Naja, nicht ganz alleine. Sie hatten tatkräftige Unterstützung: Der „Universal-Micha“ – ein handwerklich begabter Freund ihrer Nachbarn – hatte im Dezember Zeit und hat fleißig geholfen.
Inzwischen haben sogar schon die ersten Verschönerungsarbeiten begonnen. Die erste Farbschicht – um genau zu sein: weißer Rollputz – ist nun im gesamten oberen Stockwerk an der Wand. Unten ist der Verputz noch nicht an allen Stellen getrocknet, aber nächste Woche kann bestimmt schon an einigen Wänden die erste Schicht aufgerollt werden... Die aufmerksamen Leserinnen und Leser unter Euch, können es sich sicherlich denken: Sie macht den groben großflächigen Anstrich, während er – mit großer Geduld – sich um die kniffligen Ecken und Ränder kümmert... Ein wahrlich tolles Team die Zwei!
Tolles Team hin oder her, einen riesigen Schrecken haben sie mir heute dennoch eingejagt: Ich habe dem Baustellenradio gelauscht und von der Zeit geträumt, an dem meine zukünftigen Bewohner endlich eingezogen sind, als plötzlich ein lauter Schrei ertönte – gefolgt von einem ordentlichen Fluch. Was war passiert: Er hat den Rollputz-Eimer oben auf die Leiter gestellt und ihm wohl aus Versehen einen Schubs gegeben, so dass die ganze Schose sich über die Eingangstür und den Fußboden ergossen hat... Örgs, was für eine Schweinerei! Glücklicherweise konnte das Malheur mit ein paar Lappen, Handtüchern und lauwarmen Wasser schnell beseitigt werden. Das Gute daran: das hässliche Abdeckvlies auf dem Boden hat im Eingangsbereich jetzt ein schönes Farbmuster bekommen :-)
Wo gehobelt wird, da fallen Späne
Apropos Malheur: Seit letzter Woche weiß sie endlich, wie ihr Zimmer eingerichtet werden soll, was allerdings zur Folge hat, dass das LAN-Kabel auf die andere Zimmerseite muss... Daraufhin hat er letzte Woche ein paar Stunden seines Urlaubstags genutzt, um einen Schlitz in die Wand zu machen, damit das Kabel von rechts nach links verlegt werden kann. Er wollte die Wand nicht mühsam aufklopfen, sondern den Vorgang klug beschleunigen, indem er einfach die Flex gezückt hat. Dreimal dürft ihr raten was passiert ist!
Richtig! Es ist Späne gefallen: Die böse Flex hat ins Antennenkabel gebissen, das nebenan in der Buchse ankommt...



